saalü!  erzählt

Geschichten aus Dorf und Saal. Zum Beispiel diese:

Wenn de morjens frieh häm komms, un dein Frau säat ke Woort …“

Heimatvarieté Saalü! gastiert am Samstag 3. November im Silvanussaal des Feller Winzerkellers

Wann Feller Ehefrauen ihre Männer nach durchzechter Nacht nicht beschimpfen, ist nur eines der Geheimnisse, die das Heimatvarieté Saalü!, das mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur und mit Geschichten aus Dorf und Saal im 14. Jahr in Rheinland-Pfalz unterwegs ist, am Samstag ab 20 Uhr im gerade eingeweihten „Winzerkähla“ lüften wird.
„Fääl“ und die „Fääler Messerhelden“, die  bis in die 50er Jahre neben der Landwirtschaft in 120 Schiefergruben arbeiteten, werden vielmehr den ganzen Saalü!-Abend lang Thema sein. In dieser Nähe zum Dorf und seinen großartigen Geschichtenerzählern und Akteuren liegt, so Projektleiterin Martina Helffenstein, das Erfolgsgeheimnis des Dauerbrenners Saalü!: „… in der trotz aller Unkenrufe lebhaften und lebendigen Dorfkultur, die von der Saalü!-Truppe mit Professionalität und viel Liebe kabarettistisch-komödiantisch in Szene gesetzt wird“:

Von Urkomödiantin und Vollblut-Anarchistin Charla Drops, der Erfinderin der getanzten Satire (Theater Unart, Mamma Grappa …), von Mark Welte (Pappenheim Peepshow, Comic-on …), der auch als Autor fürs Fernsehen arbeitet (Mitternachtsspitzen, Freitag Nacht News, Ladykracher mit Anke Engelke), vom Musiker, Sänger und Komponisten Michael Meierjohann,  der im Rheinland kammertheatert und auch Oratorien singt und von Wolfgang Müller (Düsseldorfer Kom(m)ödchen, Müller-Huber …), der „Seltsames Kabarett Theater“ macht und sich als Mann beim Frauenkabarett „Mamma Grappa“, den Ruf des Frauenverstehers erwarb.

Seit 2006 moderiert er auch Saalü! Da ist er Gündä und will immer alles ganz genau wissen: über das Dorf, über den Saal. Auch in Fell, wo sich alles um „Stein und Wein“ dreht. Ob es stimmt, daß der Ackerbau so steinig war, daß man den Berg erst mal fast einen Meter tief umgraben mußte, um überhaupt Wein anbauen zu können und mit welchem Stein aus Fell dann der Kölner wie Trierer Dom eingedeckt wurden. Welches Gebläse im Herbst die ganze Nacht und laut bis Thomm durchlief und was die Winzergenossenschaft damit zu tun hatte. Berichtet wird, was es mit der „Prüfung der Kapelle“ auf sich hatte und wer in Trier eine Hose mal mit einem Tausend-Mark-Schein bezahlen wollte, der erst nach Rücksprache mit dem Bürgermeister gewechselt werden konnte. Wer der „Ipperle“ war, wo die Manschettenbauern wohnen und wie ein Gerichtsvollzieher einmal eine Hochzeit im Kuhstall  störte … erzählen viele Feller.

Aus Fell auf der Saalü!-Bühne stehen die Bergmannskapelle, der Männergesangverein unter dem Motto “Wo Eintracht sich mit Manneswille paart, da muß ein echtes Lied gedeih’n“, der Valentin Krämer wird eigene Werke übers „Döerf“ und mit vier anderen Mannen als „Gäsberg-Trio“ nicht nur das Feller Lied vortragen.

 

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